Handarthrose: Gelenkverschleiß an Hand und Handgelenk

🎧 Artikel anhören

Keine Zeit zu lesen? Lassen Sie sich den Artikel vorlesen – perfekt für unterwegs!

Geprüfte Information

Einleitung zur Handarthrose

Was ist Handarthrose?

Die Handarthrose ist eine degenerative Erkrankung der Gelenke in der Hand und im Handgelenk, die häufig mit zunehmendem Alter auftritt. Sie zeichnet sich durch einen allmählichen Verschleiß des Gelenkknorpels aus, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Besonders betroffen sind die Daumensattel- und die Fingergrundgelenke, jedoch können auch andere Gelenke der Hand betroffen sein.

Bedeutung der Handarthrose

Die Hand ist ein hochkomplexes und leistungsfähiges Körperteil, das für viele alltägliche Aktivitäten unerlässlich ist – vom Greifen von Gegenständen bis hin zu feinmotorischen Bewegungen. Bei Menschen im Alter von 45 bis 75 Jahren ist die Handarthrose eine der häufigsten Ursachen für Gelenkschmerzen in diesem Bereich. Statistiken zeigen, dass nahezu 33% der Frauen und 19% der Männer ab 65 Jahren an einer Form von Handarthrose leiden.

Ziel des Artikels

In diesem Artikel werden wir die Symptome, Ursachen, Diagnosemöglichkeiten und Behandlungsmethoden der Handarthrose detailliert besprechen. Darüber hinaus erhalten Sie nützliche Ratschläge zu passenden Übungen und Hilfsmitteln, die den Alltag erleichtern können.

Mit diesem Wissen hoffen wir, Ihnen wertvolle Einblicke zu geben, die Ihnen helfen, den Umgang mit dieser Erkrankung zu erleichtern und Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Ursachen der Handarthrose

Degenerative Veränderungen

Die Hauptursache für Handarthrose sind degenerative Veränderungen der Gelenke, die mit dem Alter zunehmen. Der Gelenkknorpel – das Gewebe, das die Gelenkflächen bedeckt und als Stoßdämpfer dient – wird im Verlauf der Jahre abgebaut und geschädigt. Je mehr Knorpel abgetragen wird, desto schmerzhafter und steifer wird das Gelenk.

Risikofaktoren

Zu den spezifischen Risikofaktoren für die Entstehung einer Handarthrose gehören:

  • Alter: Mit dem Älterwerden steigt das Risiko der Gelenkdegeneration.
  • Genetik: Familiäre Vorbelastung kann das Risiko erhöhen.
  • Übergewicht: Übermäßiges Körpergewicht belastet die Gelenke zusätzlich.
  • Verletzungen: Frühere Verletzungen oder Frakturen an den Händen können die Gelenke schwächen.
  • Berufliche Belastungen: Tätigkeiten, die wiederholte oder starke Beanspruchungen der Hände erfordern (z.B. Handwerker, Musiker), tragen zur Abnutzung bei.

Entzündliche Ursachen

Neben den degenerativen Faktoren können auch entzündliche Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis oder Psoriasis-Arthritis eine Rolle spielen. Diese autoimmune Erkrankungen leiten Entzündungsprozesse ein, die die Gelenke schädigen und zu sekundärer Arthrose führen können.

Symptome der Handarthrose

Häufige Symptome

Die Symptome der Handarthrose können von Person zu Person variieren, treten jedoch in der Regel schleichend auf und umfassen:

  • Schmerzen: Zunächst in spezifischen Gelenken, vor allem beim Greifen und Handbewegungen.
  • Steifheit: Besonders nach Ruhephasen, wie dem Aufstehen am Morgen oder nach längerem Sitzen.
  • Schwellung: Der betroffene Bereich kann anschwellen und eine Entzündung aufweisen.
  • Einschränkung der Beweglichkeit: Dies macht das Ausführen alltäglicher Aufgaben oft mühsam.
  • Knirschen: Ein Geräusch beim Bewegen des Gelenks kann auftreten, was auf den Verschleiß des Knorpels hindeutet.

Fortgeschrittene Symptome

Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit können sich die Symptome verschärfen und erstrecken sich auf alltägliche Probleme:

  • Verformungen: Sichtbare Veränderungen der Gelenksstruktur können sich entwickeln.
  • Wernickelchen: Verhärtungen oder Knoten über den Gelenken können sich bilden, was die Schmerzen verstärken kann.
  • Funktionen einschränken: Einfachste Bewegungen, wie das Halten einer Tasse, können unmöglich werden.

Diagnose der Handarthrose

Ärztliche Untersuchung

Bei Verdacht auf Handarthrose ist ein Besuch beim Hausarzt oder Facharzt für Orthopädie ratsam. Die Diagnose beginnt in der Regel mit einer gründlichen Anamnese, wobei der Arzt Fragen zu den Symptomen, deren Schwere und Anlaufroutine stellt.

Klinische Untersuchung

Anschließend erfolgt die physikalische Untersuchung, bei der der Arzt Folgendes beachten kann:

  • Minimalbewegungsumfang und Schmerzempfindlichkeit an betroffenen Gelenken
  • Palpation zur Feststellung von Schwellungen oder Temperaturveränderungen
  • Prüfung der Gelenkfunktionen während Bewegung

Bildgebende Verfahren

Um die Diagnose zu bestätigen, können bildgebende Verfahren eingesetzt werden:

  • Röntgenaufnahmen: Zeigen Veränderungen wie Gelenkspaltverengung, Osteophyten oder Verkalkungen.
  • MRT oder CT: Bei Bedarf zur genaueren Darstellung des Weichgewebes und des Knorpels.

Differentialdiagnose

Es ist wichtig, andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome hervorrufen können, wie zum Beispiel:

  • Rheumatoide Arthritis (
  • Gicht
  • Sehnenscheidenentzündungen

Behandlung der Handarthrose

Konservative Behandlung

Die Behandlung der Handarthrose umfasst zunächst konservative Maßnahmen, die jeder Patient individuell anpassen kann. Zu diesen gehören:

  • Physiotherapie: Spezifische Übungen zur Stärkung der Muskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit.
  • Schmerzlindernde Medikamente: Over-the-counter Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol können temporäre Linderung verschaffen.
  • Ergotherapie: Hilft, alltägliche Aktivitäten wieder zu erlernen und Hilfsmittel zu integrieren.
  • Kältetherapie: Eisanwendungen können helfen, akute Schwellungen zu reduzieren.

Operative Behandlung

Falls die Symptome trotz konservativer Maßnahmen stark fortschreiten, können operative Behandlungen in Betracht gezogen werden:

  • Arthroskopie: Minimalinvasive Verfahren zur Glättung von Knorpeloberflächen.
  • Gelenkersatz: Bei schwerer Schädigung kann das betroffene Gelenk durch eine Prothese ersetzt werden.

Lebensstiländerungen

Ein gesundes Gewicht und regelmäßige Bewegung sind wesentliche Aspekte der Selbsthilfe. Änderungsstrategien können Folgendes umfassen:

  • Reduzierung von Übergewicht zur Entlastung der Gelenke.
  • Integration von gelenkschonenden Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren in den Alltag.
  • Achten auf eine ausgewogene Ernährung zur Unterstützung des Gelenkstoffwechsels, was unter anderem auch Infos zur Ernährung einschließt.

Hilfreiche Übungen bei Handarthrose

Bedeutung von Übungen

Regelmäßige Übungen sind entscheidend, um die Flexibilität, Kraft und Beweglichkeit der Handgelenke zu fördern. Diese Übungen sollten sanft und schmerzfrei ausgeführt werden. Daher ist es ratsam, unter Anleitung eines Physiotherapeuten zu starten. Hier sind einige geeignete Übungen:

  • Fingerbeuger und –strecker: Halten Sie eine Hand in einer Faust und lassen Sie die Finger dann wieder auseinander spreizen.
  • Daumenspreizung: Dehnen Sie den Daumen von der Handmitte weg, um die Gelenke zu stimulieren.
  • Handballen-/ Handgelenkbewegungen: Kreisen Sie mit den Handgelenken in beide Richtungen.
  • Flaschenübung: Füllen Sie eine Flasche mit Wasser und heben Sie diese mehrmals, um die Muskulatur zu stärken.
  • Druckball: Verwenden Sie einen weichen Ball, um die Muskeln im Handgelenk zu stärken.

Empfehlung zur Durchführung

Diese Übungen sollten mindestens 3-5 Mal pro Woche durchgeführt werden und mit einfühlsamer Körperwahrnehmung kombiniert werden. Achten Sie darauf, bei Schmerzen die Übungen sofort abzubrechen und sich an einen Spezialisten zu wenden.

Hilfsmittel zur Unterstützung bei Handarthrose

Nützliche Hilfsmittel

Die Verwendung von speziellen Hilfsmitteln kann die Lebensqualität bei Handarthrose erheblich verbessern. Einige der gängigsten Hilfsmittel sind:

  • Handschienen: Sie stabilisieren das Handgelenk und entlasten die Gelenke in der Hand während des Gebrauchs.
  • Gelenkstützen: Diese bieten Unterstützung in beiden Phasen, also bei Bewegung und Inaktivität.
  • Greifhilfen: Aufbau von Werkzeugen mit ergonomischen Griffen, um die Belastung der Gelenke zu reduzieren.
  • Aufstehhilfen: Geräte, die beim Aufstehen von Sitzen helfen, um Überlastungen zu vermeiden.
  • Küchenhilfen: Spezielle Utensilien oder Behälter, die leichter zu handhaben sind.
  • Thermobeutel: Um die Hände bei Bedarf wärmen oder kühlen zu können.

Beratung zur Auswahl

Vor dem Einsatz von Hilfsmitteln ist es ratsam, sich von einem Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten beraten zu lassen, um das am besten geeignete Hilfsmittel entsprechend den individuellen Bedürfnissen zu finden.

Zusammenfassung der Handarthrose

Wichtige Aspekte

Die Handarthrose ist eine häufige Erkrankung, die mit Schmerzen, Steifheit und Bewegungseinschränkungen einhergeht. Es ist wichtig zu wissen, dass die Krankheit durch verschiedene Faktoren entstehen kann und dass eine frühzeitige Diagnose entscheidend ist.

Um die Beschwerden zu lindern, stehen Ihnen zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, von konservativen Maßnahmen bis hin zu operativen Eingriffen. Darüber hinaus können gezielte Übungen und Hilfsmittel erlernt werden, um Schmerzen zu reduzieren und die Lebensqualität zu steigern.

Wann zum Arzt?

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Anhaltende Gelenkschmerzen
  • Schwellungen oder Rötungen in den Händen
  • Bewegungseinschränkungen oder starken Funktionsverlust
  • Schmerzen, die sich mit der Zeit verschlimmern
  • Anzeichen von Entzündungen (z.B. Fieber)

Je früher eine genaue Diagnose und gegebenenfalls eine Behandlung erfolgen, desto besser sind die Chancen, die Symptome der Handarthrose zu kontrollieren und die Lebensqualität zu erhalten.

Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt oder Orthopäden. Bei gesundheitlichen Beschwerden konsultieren Sie bitte immer einen Facharzt.